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2014-06-22

C. Morgenstern- Gedichte: Am Ziel (3)




Am Ziel 

Schlote schnauben, Lichter funkeln,
Pfeifen schrillen, Rufe schallen,
draußen vor des Bahnhofs Hallen
harrt Verderber Tod im Dunkeln.

Fest ist alles abgekartet
mit dem trunknen Wart der Weiche,
das der Zug das Gleis erreiche,
drauf der Gegen-Eilzug wartet.

Und schon wächst es mit den grellen
Späh laternen aus der Ferne,
glühnder Rauch verhüllt die Sterne,
hohl erdröhnt das Holz der Schwellen.

Blind, im Schienen-Überfluge,
stampft der Zug die falschen Gleise:
Schimmernd grüßt das Ziel der Reise –
Leise lacht es hinterm Zuge.



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