> Gedichte und Zitate für alle: Fabeln d. Aufklärung T2- G.K.Pfeffel: Der Frosch (7)

2014-06-20

Fabeln d. Aufklärung T2- G.K.Pfeffel: Der Frosch (7)




Der Frosch

Vor Eglens offnem Fenster saß,
In düstern Gram gehüllt,
Ein grüner Frosch in einem Glas
Mit Wasser angefüllt.

In einem Bauer nah dabei
Hing ein beredter Star,
Der wegen seiner Plauderei
Der Schönen Liebling war.

„He Freund im nassen Element!
Lachst du dein Tage nicht?
Kein junger Kammerpräsident
Macht solch ein Amtsgesicht.“

So fragte Matz. Der Eremit
Im Glas rief unmutsvoll:
„Ha, das man mich mit Füßen tritt
Und ich noch-lachen soll!

Ich zeige treu das Wetter an;
Allein was ist mein Lohn?
Kaum trüb ich meinen Ozean,
So schilt mich Egle schon.

Verwünschung erntet der Prophet
Und Küsse der Hanswurst.“
„Hoho!“ sprach Matz, „nur nicht geschmäht;
Hast Unrecht, das du murrst.

Du kannst nur Regen prophezein,
Und das ist ärgerlich;
Verkünd uns auch den Sonnenschein,
Was gilt’s? man liebet dich.“




alle Gedichte von Pfeffel                                                                 nächste Fabel von Pfeffel

alle Fabeln

Keine Kommentare: