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2014-06-26

Naturlyrik-Realismus- Fontane: Vor einer Rosenhecke (3)




T.Fontane

Vor einer Rosenhecke

Still ist die Nacht; die Blumen alle neigen
Die müden Häupter auf die Rasendecken,
Da eilt der Zephyr zu den Rosenhecken,
Er küßt sie wach und stört das tiefe Schweigen.

Die Rosen zürnen, - schöner sich zu zeigen, -
Der kluge Schelm fährt zärtlich fort zu necken.
Weiß endlich ihre Liebe zu erwecken
Und tanzt mit allen gleich den Hochzeitsreigen.

Dann aber flieht er treulos durch die Lüfte,
Vergeblich sind der Rosen Zauberdüfte,
Selbst ihre Tränen, ihn zurückzulenken.

Doch seid getrost! ich bin euch ja geblieben.
Ich will euch nun statt seiner innig lieben
Und schmerzlich noch der Toten einst gedenken.



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