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2014-07-13

F. W. Zachariae- Fabeln: Der abgebrannte Bauer (1)




Der abgebrannte Bauer

Dem feindlichen Geschick zum Trutz
Mach' selbst das Unglück dir zu Nutz!

Bei einem starken Winterfrost
Und bei geringer schmaler Kost
Behalf ein armer Bauer sich
Gar elend und gar jämmerlich.
Dem ward von Bösewichtes Hand
Sein kleines Häuschen angebrannt.
Er lief hinaus. Die helle Gluth
Nahm überhand. Der Nachbarn Muth
Half ihm zwar treulich; doch zuletzt
Ward alles Löschen ausgesetzt,
Da bei stets wachsender Gefahr
Das Haus nicht mehr zu retten war.
Der Bauer sah hierauf in Ruh'
Den schönen hellen Flammen zu;
Trat näher und hub lächelnd an:
Kann ich nicht löschen, nun wohlan!
So will ich, ohne mich zu härmen,
Mich an dem Feuer doch noch wärmen.


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