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2014-07-06

Fabeln Aufklärung-T2-G.A.Kästner: Der Gärtner und der Schmetterling (1)




Der Gärtner und der Schmetterling

Ach gönne mir das Glück, mein Leben frei zu enden!
So bat ein Schmetterling in seines Fängers Händen,
Noch wenig Tage sind zum Fliegen mir erlaubt,
Was hilft die Grausamkeit, die mir auch diese raubt?
Du weißt, der Blumen Schmuck wird nicht durch mich versehret,
Ein unvermißter Saft ist alles, was mich nähret.

Dein Flehen bringt mich nicht zu unbedachter Huld,
Sagt ihm der Gärtner drauf, stirb jetzt für alte Schuld;
Wollt' ich der Raupe Tat dem Schmetterling vergeben,
So wird sie hundertfach in deinen Jungen leben.

Auch bei der Bessrung Schein befiehlt des Bösen Tod
Das Übel, das er tat, und mehr noch, das er droht.



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