> Gedichte und Zitate für alle: F.Rückert- Amaryllis: Mir träumt', ich säße droben an der Eiche (64)

2014-07-28

F.Rückert- Amaryllis: Mir träumt', ich säße droben an der Eiche (64)




64.

Mir träumt', ich säße droben an der Eiche,
Zu der ich Sommers lenkte meine Bahnen,
Wo ich, ein König ohne Untertanen,
Oft blickt' ins Tal auf meine Liebesreiche.

Und plötzlich war es jetzt, als überschleiche
Den starren Winter laues Frühlingsahnen;
Vom Turme drunten knatterten die Fahnen,
Und drüben krachte dumpf das Eis vom Teiche.

Und als ich niederschaute nach dem Hause,
Von Läden grün und rosenblaß von Wänden,
Da stieg der dunkle Rauch vom Giebel wieder.

Anfaßt' es mich als wie mit Sturmwindsbrause;
Am Eichstamm hielt ich mich mit beiden Händen,
Sonst riss der Wirbel mich zum Hause nieder.


alle Gedichte von F.Rückert                                                   nächstes Gedicht aus Amaryllis

alle Gedichte aus Amaryllis

Keine Kommentare: