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2014-07-06

Gedichte von J.G.Jacobi: Das Gewitter (11)




Das Gewitter

Chloe und Damon

Chloe

Siehst du die schnellen Wolken ziehn?
Schon donnerts hinter jenen Wäldern,
Schon wird es Nacht auf unsern Feldern:
Komm, liebster Damon, laß uns fliehn.

Damon

Der Donner schweigt, wenn Chloe spricht.
Wir wollen jede Furcht verbannen;
Der Himmel droht nur den Tyrannen,
Auf unsre Küsse zürnt er nicht.

Chloe

Ihr Götter! rührt auf dieser Flur
Euch noch die Unschuld armer Hirten:
Schont, o verschonet jene Myrthen,
Sie hörten meines Damons Schwur.

Damon

Ich schwur ihr Liebe bis ins Grab:
Ihr Blitze hörts, um sie zu rächen;
Und könnt' ich je die Schwüre brechen,
So fahrt auf dieses Haupt herab!

Chloe

Ihr fürchterlichen Blitze, nein!
Sollt' ihn der Liebe Schwur gereuen,
Ach! so verzeiht dem Ungetreuen,
Und lasset mich das Opfer sein.



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