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2014-07-10

Gedichte von L. Uhland: Der Wald (25)




Der Wald

Was je mir spielt' um Sinnen und Gemüte
Von frischem Grün, von kühlen Dämmerungen
Das hat noch eben mich bedeckt, umschlungen
Als eines Maienwaldes Lustgebiete.

Was je in Traum und Wachen mich umglühte
Von Blumenschein, von Knospen, kaum gesprungen,
Das kam durch die Gebüsche hergedrungen
Als leichte Jägerin, des Waldes Blüte.

Sie floh dahin, ich eilte nach mit Flehen,
Bald hätten meine Arme sie gebunden,
Da musste schnell der Morgen traum verwehen.

O Schicksal, das mir selbst nicht Hoffnung gönnte!
Mir ist die Schönste nicht allein verschwunden,
Der Wald sogar, drin ich sie suchen könnte.


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