> Gedichte und Zitate für alle: G.Trakl- Gedichte 1913: Im Dorf I (31)

2014-07-30

G.Trakl- Gedichte 1913: Im Dorf I (31)



Im Dorf I

1.

Aus braunen Mauern tritt ein Dorf, ein Feld.
Ein Hirt verwest auf einem alten Stein.
Der Saum des Walds schließt blaue Tiere ein,
Das sanfte Laub, das in die Stille fällt.
Der Bauern braune Stirnen. Lange tönt
Die Abendglocke; schön ist frommer Brauch
Des Heilands schwarzes Haupt im Dornenstrauch
Die kühle Stube, die der Tod versöhnt.
Wie bleich die Mütter sind. Die Bläue sinkt
Auf Glas und Truh, die stolz ihr Sinn bewahrt;
Auch neigt ein weißes Haupt sich hochbejahrt
Aufs Enkelkind, das Milch und Sterne trinkt.



alle Gedichte von Trakl                                                              nächstes Gedicht von Trakl

alle Gedichte der Ausgabe 1913

Keine Kommentare: