> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von C. Spitzweg: Der Maler im Gebirge (3)

2014-08-16

Gedichte von C. Spitzweg: Der Maler im Gebirge (3)




Der Maler im Gebirge

Versteckt zwischen Obstbam
Ganz hoamli am Bach
Steht drübn a brauns Häuserl,
Ma siecht nix als ’s Dach.

Blau steigt der Rauch außa
Beim kloana Kamin,
Und ’s Brunnerl tut platschein,
Schwimmt Lindenblüh drin.

Vom Berg ra, vom Kircherl
Hörst d’ Orgel und Gsang,
Wanns ’s Glöckerl tean läutn,
Da hört ma an Strang.

Weit drunten vom Kloster
Tuens Antwort herauf,
Da summt die groß Glocken
Bis z ’höchst in Berg nauf.

Und oben die Berg hoch,
Hoch oben in der Luft
Da glanzt a Herd Lamperln
Wie Silber im Duft.

Und d’ Lamperln, die spiegeln
Sich wider im Bach,
Da siech i s’ drin schwimmen,
A Bleamerl schwimmt nach.

Und no oans und wieder oans,
Allweil mehr hinterdrein;
Wer wirft denn die Bleamerln
In Bach allweil nein?

Drübn steht a jungs Deandl,
A Gsichtel wie Wachs
Und Augen wie Kerschen
Und Haar als wie Flachs.

»Du narrischa Maler«,
Sagts, »schlaf nur net ein,
Da vorn is da Steg«, sagts,
»Geh umma, kehr ein!«


alle Gedichte von Spitzweg                                                 nächstes Gedicht von Spitzweg

alle Gedichte und Dichter

Keine Kommentare: