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2014-08-11

Klabund- Sonette Irene: Der Regen regnet tausend Tag und Nächte (9)





9.

Der Regen regnet tausend Tag und Nächte,
Die Fenster sind von Graugespinnst verhangen.
Im See das letzte Licht die Fische fangen.
Das Gute stirbt. Es triumphiert das Schlechte.

Wo ist der Heiland, der Erlösung brächte
ich höre Mordgelächter. Räuber rangen
um Hunger, Geilheit, Goldgier, Pöbelprangen.
Der Edle schweigt. Im Sumpf schwärt das Geschwächte.

Ich geh von dannen, schließe Aug und Ohren
Und heb die Schale meiner Einsamkeit
Zu dir, Irene, Sternbild unverloren!

Wie rauh die Rotte tobt, die Meute schreit:
Werd ich in deinem Dienste neugeboren,
So bin ich gegen diese Zeit gefeit.



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