> Gedichte und Zitate für alle: Klabund- Sonette Irene: Ich breite nachts im Halbschlaf meine Hände ( 20)

2014-08-13

Klabund- Sonette Irene: Ich breite nachts im Halbschlaf meine Hände ( 20)




20.

Ich breite nachts im Halbschlaf meine Hände,
Das sie von deinem Geist ergriffen werden.
Ich atme schwer. Und taumle nach Gebärden.
Es schwebt ein rosa Hauch durch das Gelände.

Und plötzlich seh ich Stern- und Fackelbrände.
Apostel auch mit kleinen Engelherden.
Es steigen Heilige von Flügelpferden,
Und Weihrauch schlägt sich dämmrig an die Wände.

Die Orgel dröhnt. In Sänfte naht getragen
Verschleiert eine edle Dulderin.
Und alle knien und singen oder sagen:

Maria, hohe Himmelskönigin!
Und Mönche schleppen einen leeren Schragen.
Es ist dein Sarg. Und selig knie ich hin.



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