> Gedichte und Zitate für alle: Klabund- Sonette Irene: Wie Schmetterlinge zahllos sind die Küsse ( 24)

2014-08-14

Klabund- Sonette Irene: Wie Schmetterlinge zahllos sind die Küsse ( 24)




24.

Wie Schmetterlinge zahllos sind die Küsse,
Die wir versunken ineinander tauschten.
So wie des Ozeanes Wogen rauschten
Die Wogen unsres Blutes. Unsre Küsse

Waren wie Grillen, die einander lauschten
Und wechselseitig zirpten. Unsre Küsse
Lagen wie Wolk an Wolke. Unsre Küsse
Sich wie die Pfauen bunt im Dunkel bauschten.

Und keiner von den Küssen ist vergangen.
Sie sind lebendig, wo ein Knabe lächelt.
Und wo sich Lerchen in die Lüfte schwangen.

Und wo ein Mädchen Sehnsucht strickt und hechelt.
Und wo zwei Welten feurig sich umschlangen.
Und wo der Wind auf deinem Grabe fächelt.



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