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2014-09-08

A.v.Arnim-Gedichte: Zum Abschiede (55)




Zum Abschiede

Was du so vielen geschenkt aus frommen innerm Berufe,
Kranken Gesundheit und Trost, wie ein heilender Quell,
Suchest du selber nun auf, erschöpft von sorgender Mühe,
Bei dem heilenden Quell, der schon viele erfrischt.

Immer später für sich, für andere früher und später
Sorget ein heiliger Sinn, und er vergisst sich so leicht;
Sorge für andere minder, so fliesset im innern Gemüte
Dir der heilende Quell wiederkehrender Kraft.

Freilich ein schöneres Leben, es strebt nach aussen zu fliessen
Um zu tränken die Flur, schlängelnd weiter und weit,
Doch das Bedürfnis es zieht den Quell zum Brunnen zusammen
Sammle dich selber für dich, Leben sammelnd in dir.

Ruhig im engeren Spiegel schweben die wechselnden Bilder,
Bäume beweget vom Wind, gerne nahte der Freund;
Der dir im Kummer vertraute zu zeigen tränende Blicke
Wahrlich der räte auch gut, denn er kennt dich so gut.

Sei dir gesegnet der Quell, so wie du mich tröstend gesegnet,
Keiner weiß es woher, komme der Quell und der Trost,
Aber die Tränen trüben ihn nicht und nimmer ihn kälten,
Und er wandelt sie um, wärmend in heilende Kraft.



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