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2014-09-05

Gedichte von A.v.Arnim: Abschied (2)




Abschied

An das Mädchen zur Erklärung einer Blume.

Heimlich und versteckt dem Kriege
Zog ich diese liebe Blume,
Darum trägt sie alt bekannte Züge,
Aus des Friedens Heiligthume.

Bald werd' ich nun weiter ziehen
In das Feld der hohen Ehre,
Sehn nicht wo unten Blumen blühen,
Wo ich trete, ich zerstöre.

Werde ich den Lorbeer finden,
Der beschattet, was ich störe?
Blume, kannst du ahndend mir verkünden,
Ob zu dir ich wiederkehre?

Ach wer schützt dich liebe Kleine,
Wird die Sonne immer scheinen?
Ach sie flüstert: »Bleib' ich so alleine,
Muß ich in den Thau noch weinen.«

»Ja,« sie flüstert innig leise:
»Dieser Tag ist die Verklärung,
Und zwei Sonnen leuchten dir zur Reise,
Sind vom Frühling mir Bewährung.«

Deutend seh ich deine Augen,
Leg' die Blume dir zu Füßen,
Laß in deinem Blick sie Frühling saugen,
Magst du mich darin begrüßen?

Ja mit diesen beiden Sonnen
Hast du heut die Welt begrüßet,
Laß auch diese Blume sich drinn sonnen,
Daß im Duft sie überfließet.

Bin ich einmal wiederkommen,
Wenn ich niemals wiederkehre,
Bin ich ihretwegen dir willkommen,
Oder sie die letzte Ehre.



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