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2014-09-23

Gedichte von B.H.Brockes: Die Frösche (13)



Die Frösche

Jüngst hört ich von neuen dem lauten Gewäsche,
Dem quarrenden Knarren geschwätziger Frösche,
In ihrer ungestöhrten Ruh,
Mit einiger Betrachtung zu.
Mich deucht, daß ihr verwirrt und mancherley Geschrey,
In etwan fünf bis sechserley,
Und mehr Verändrungen nicht, einzutheilen sey.
Der größte Haufe scheint, auf Menschen Art, zu murren,
Und, um ein Nichts, zu lärmen und zu knurren.
Verschiedne sagen: Merks. Und diese kommen mir
Als Philosophen für.
Mit unbescheidnem Trotz, schien mancher, als ein Lehrer,
Mit einem schärfern Ton, sich über seine Hörer,
Durch nichts, als strengem Schall, sich eifrig zu bestreben,
Hervor zu thun und zu erheben;
Sie schienen mit Gewalt, die andern zu belehren,
Und mit der Lungen mehr, als des Verstandes Kraft,
Verschiedner Sachen Eigenschaft,
Mit gründlichem Bericht, den Hörern zu erklären;
Wovon doch, wie es ließ, verschiedne längst gefunden,
Daß die so wohl, als sie, von allem nichts verstunden.
Ein kurz, doch hell Gequick, als ein Gepfeif, entfuhr
Verschiednen hier und dort. Dieß ließ, als wenn sie nur
Mit jenen, daß sie sich zu sehr erhüben,
Ein laut Gespötte trieben.
Noch andre schienen mir, mit unbesorgtem Lachen,
Im warmen Sonnenstral, recht lustig sich zu machen.
Und diese Sänger kamen mir,
Von allen, als die Klügsten, für.

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