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2014-09-25

Gedichte von B.H.Brockes: Die Wölfe (20)



Die Wölfe

Welchen Wild und öden Ort, welche grause Wüstenei,
Füllt hier ein nicht minder wild - und entsetzliches 
Geschrei,
Ein abscheuliches Geheul! welch ein grimmig Klaggetön
Kann man, in fünf offenen Rachen Fleisch-begieriger Wölfe,sehen!
Ja mich deucht, ich sehe gar, an verschiedenen schroffenStellen
Dieser Klippen - reichen Gegend, selbst die Felsenwiederbellen.
So natürlich ist die Stellung, so lebendig die Figur
Dieser Tiere vorgestellt, und die felsige Natur,
Das man fast ein Echo hört; man vermeint hier, nicht die 
Stimme
Nur zu hören und zu sehen; man sieht nicht nur Wut und 
Grimm,
In den tückisch schielen Augen, welches ein paar Strich uns 
weist,
Man sieht gar, in schwarzen Körpern, selbst der Wölfe 
schwarzenGeist.
Macht dies denn nicht aufs neue, wie der menschlicheVerstand
Fast zu Wundern fähig sei; unserem Gott zum Ruhmbekannt?
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