> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von O.J.Bierbaum: Nebel (35)

2014-09-04

Gedichte von O.J.Bierbaum: Nebel (35)




Nebel

Durch dicken Nebel, der vom Berge fiel,
Dröhnt sonderbar die Glocke des fernen Dorfs.
Ruft sie um Hilfe in Erstickungsangst?
Steigt dort vielleicht die Sintflut übers Dach
Der alten Kirche bis zum Glockenstuhl?
Es wird mit einem Male lastend Nacht.
Vor meinem Fenster die Esche, sie ist nicht mehr.
Ihr scharf gezacktes Blätterfiligran
Zerflatterte, zerfloss ins feuchte Grau,
Das immer dunkler, immer dichter wird:
Leviathans Rachen hat sie mir verschluckt.

So wird es sein, wenn einst die Stunde kommt,
Die aus der Helle mich ins Dunkle schlingt.


alle Gedichte von Bierbaum                                              nächstes Gedicht von Bierbaum

alle Gedichte nach Themen

Keine Kommentare: