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2014-09-05

Gedichte von O.J.Bierbaum: Schwein und Pfau (41)




Schwein und Pfau

Eine fatale Fabel

Es war einmal ein
- Hastunichgesehn! -
Es war einmal ein Schwein.
Das war gewöhnlich
- Hastunichgesehn! -
Gewöhnlich nicht sehr rein.

Im gleichen Hofe
- Herrgottnocheinmal! -
Da schlug sein Rad ein Pfau,
Der war so schön wie
- Herrgottnocheinmal! -
Nicht einmal seine Frau.

Das Schwein, das grunzte
- Hastunichgesehn! -
Und wälzte sich im Dreck.
Der Pfau, der kreischte
- Herrgottnocheinmal! -
Und sah beleidigt weg.

Da kam ein Fleischer
- Hastunichgesehn! -
Und schlachtete das Schwein.
Das kommt davon, sprach
- Herrgottnocheinmal! -
Der Pfau, wenn man nicht rein.

Mir kann so etwas
- Herrgottnocheinmal! -
Mein Lebtag nicht geschehn,
Weil ich so rein und
- Herrgottnocheinmal! -
So schön bin anzusehn.

Da kam ein Bauer
- Hastunichgesehn! -
Und riß dem armen Vieh
Die Federn aus, das
- Herrgottnocheinmal! -
Es wie am Spieße schrie.

Die Fabel lehrt uns,
- Leider ist es wahr! -
Das Leben ist nicht fein.
Der Dreck macht fett, doch
- Leider ist es wahr! -
Schlachtet man drum das Schwein.

Doch Schönheit leidet
- Leider ist es wahr! -
Viel mehr als Todespein.
Sie wird lebendig
- Leider ist es wahr! -
Gerupft, weil sie zu rein.


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