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2014-11-25

Gedichte von F.Hebbel: Die Lerche (29)




Die Lerche

Ich kam in Ungarn durch ein Tal gefahren,
Von leichten Rossen schnell dahingetragen,
Und hörte über mir die Lerche schlagen,
Die durch den Äther zog, den bläulich-klaren.

Bald aber mußte ich erstaunt gewahren,
Das sie zu mir hinabschoß in den Wagen,
Doch schien mir dies Vertraun zugleich ein Zagen
Vor einem andern Feind zu offenbaren.

Ich schaute auf und sah den Habicht hangen,
Der nicht gewohnt ist, Schwache zu verschonen,
Sie hatte Schutz gesucht auf meinen Knien;

Ich aber dachte: das dies kleinre Bangen
Der Mensch dir einflößt, soll sich dir belohnen,
Und ließ sie ungefangen wieder ziehen!


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