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2014-11-26

Gedichte von F.Hebbel: Die Sprache (34)




Die Sprache

Als höchstes Wunder, das der Geist vollbrachte,
Preis ich die Sprache, die er, sonst verloren
In tiefste Einsamkeit, aus sich geboren,
Weil sie allein die andern möglich machte.

Ja, wenn ich sie in Grund und Zweck betrachte,
So hat nur sie den schweren Fluch beschworen,
Dem er, zum dumpfen Einzelsein erkoren,
Erlegen wäre, eh er noch erwachte.

Denn ist das unerforschte Eins und Alles
In nie begriffnem Selbstzersplittrungsdrange
Zu einer Welt von Punkten gleich zerstoben:

So wird durch sie, die jedes Wesenballes
Geheimstes Sein erscheinen läßt im Klange,
Die Trennung völlig wieder aufgehoben!


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