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2014-11-27

Gedichte von F.Hebbel: Leben (48)








Leben

Seele, die du unergründlich
Tief versenkt, dich ätherwärts
Schwingen möchtest und allstündlich
Dich gehemmt wähnst durch den Schmerz -
An den Taucher, an den stillen,
Denke, der in finstrer See
Fischt nach eines Höhern Willen:
Nur vom Atmen kommt sein Weh.

Ist die Perle erst gefunden
In der öden Wellengruft,
Wird er schnell emporgewunden,
Daß ihn heilen Licht und Luft;
Was sich lange ihm verhehlte,
Wird ihm dann auf einmal klar:
Das, was ihn im Abgrund quälte,
Eben nur sein Leben war.


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