> Gedichte und Zitate für alle: J.G.Herder- Gedichte: Der flüchtende Hirsch (13)

2014-12-12

J.G.Herder- Gedichte: Der flüchtende Hirsch (13)




Der flüchtende Hirsch

Der Hirsch sah sich im Bach:
„Wie prächtiges Geweih!
Und ei,
Wie dürre Beine!
Sind die auch meine?“ -
Die Jagd klang. Feld und Wald klang nach.
Nun auf die Beine!
Die dürren sind die seine.
Sie retten ihn; sein prächtiges Geweih
Ist nicht sein. Es erhängt ihn im Gesträuch.
Der Jäger hat ihn gleich.
Verachte nicht dein armes Sein,
Dein Glück!
Erhebe nicht den leeren Schein,
Dein Unglück!
Im Mangel, nicht im Überfluss
Keimt der Genuß.


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