> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von P. Flemming: An Deutschland (5)

2015-01-20

Gedichte von P. Flemming: An Deutschland (5)




An Deutschland

Ja Mutter es ist war. Ich habe diese Zeit /
die Jugend mehr als faul und übel angewendet.
Ich hab’ es nicht gethan / wie ich mich dir verpfändet.
So lange bin ich aus / und dencke noch so weit.
Ach Mutter zürne nicht; es ist mir mehr als leid /
der Vorwitz dieser Muth hat mich zu sehr verblendet.
Nun hab’ ich allzuweit von dir / Trost / abgelandet /
und kan es endern nicht / wie hoch es mir auch reut.
Ich bin ein schwaches Both ans große Schiff gehangen /
muß folgen / wie / und wenn / und wo man denckt hinaus.
Ich will gleich / oder nicht. Es wird nichts anders draus.
Indessen meyne nicht / O du mein schweer Verlangen /
Ich dencke nicht auff dich / und was mir frommen bringt.
Der wohnet überall / der nach der Tugend ringt.


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