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2015-01-22

Gedichte von P. Flemming: Er beklagt die Enderung und Furchtsamkeit itziger Deutschen (26)



Er beklagt die Enderung und Furchtsamkeit itziger Deutschen

Itzt fallt man ins Konfekt / in unsre vollen Schalen /
wie man uns langst gedräut. Wo ist nun unser Muth?
der außgestahlte Sinn? das kriegerische Blut?
Es fällt kein Unger nicht von unserm eiteln pralen.
Kein Pusch / kein Schutzen-Rock / kein buntes Fahnenmahlen
schreckt den Krabaten ab. Das ansehn ist sehr gut /
das ansehn meyn’ ich nur / daß nichts zum schlagen tut.
Wir feigsten Krieger wir / die Fobus kan bestrahlen.
Was ängsten wir uns doch und legen Rustung an /
die doch der weiche Leib nicht 5mm sich leiden kan?
Deß großen Vätern Helm ist viel zu weit dem Sohne.
Der Degen schindet ihn. Wir Männer ohne Mann /
Wir starcken auff den Schein / so ists ümm uns gethan /
uns Nahmens-deutsche nur. Ich sags auch mir zum Hohne.


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