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2015-01-22

Gedichte von P. Flemming: Ode (29)



Ode

Laß es seyn / mein Sinn / und schweige /
Stelle deine Seufftzer ein.
Schlechte Seelen die sind feige /
Die nur von der Erden seyn.
Dencke / dencke / was du denckst /
Daß du dich so abekranckst.

Ein behertzetes Gemüthe
Weichet keinem Glücke nicht.
Es erfrischet sein Geblüte /
Wenn denn andern ihres bricht.
Lacht und weinet nicht zu viel.
Wil stets / was sein Glücke wil.

Wenn der Stahl den Stein bestreichet /
So wird er erst rein und scharff.
Du / mein Sinn / bists / der ihm gleichet /
Der auch Glantz und Scharffe darff.
Unfall ists / der auff uns wacht /
Und die Männer männlich macht.

Ein bewehreter Soldate /
Der vor keinem Tode zagt /
Suchet ihm zu früh / und spate
Einen Feind / mit dem ers wagt.
Ein groß Hertze bricht heraus /
Fordert stets sein Unglück aus.

Mein / was nützet doch das klagen /
Daß die Liebste nicht ist hier?
Mißtrew ists / so wir verzagen.
Sie ist allzeit ähnlich ihr.
Wahrer Liebe trewe Pflicht
Mindert sich durch abseyn nicht.

Dennoch ist Sie in dem Hertzen /
Ist sie aus den Augen schon.
Dieses / was du nennest Schmertzen /
Ist der rechte Liebe Lohn /
Die Sie fühlet gleich wie du /
Und noch duppelt mehr darzu.

Philyrena / die du liebest /
Liebet dich noch / wie vorhin /
Umb die du dich so betrübest /
Wirst du wieder sehn / mein Sinn.
Und das wird dir lieber seyn /
Als auff Regen Sonnenschein.

Kommet bald / ihr schonen Tage /
Komme bald / du süsse Zeit /
Daß ich frey und frolich sage:
Weg / erblasste Trawrigkeit.
Philyrena meine Zier /
Ist und bleibet stets bey mir.


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