> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 02.10.1795 (105)

2015-02-05

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 02.10.1795 (105)




AN GOETHE

Jena, 2. Oktober 1795

Ich höre von unserm Freunde, der Ihnen bestens empfiehlt, daß Sie sich ganz in Ihr Zimmer vergraben hätten, um Ihren Roman zu expediren, wie Unger pressiert. Meine besten Wünsche zu diesem Geschäft. Ich bin voll Erwartung, diesen dritten Teil beisammen zu sehen.

Übermorgen werden wir Sie also wieder sehen, worauf ich mich herzlich freue und lange gehofft habe.

Humboldt kommt diesen Winter nicht mehr hieher, welches mir sehr unangenehm ist.

Seien Sie doch so gütig, mir das Archiv der Zeit, welches die berühmte Antwort auf Ihren Angriff enthält, so wie auch das Stück der neuen Monatsschrift, worin mein Lob stehen soll, mitzubringen. Ich kann beides hier nicht zu Gesicht bekommen.

Ein Rudel Gedichte erwartet Sie hier.

Ich höre mit Vergnügen, daß Sie damit umgehen, uns eine neue Akquisition für die Horen zu verschaffen, von der ich im Voraus eine gute Meinung habe.

Das Märchen hat uns recht unterhalten, und es gefällt gewiß allgemein. Mündlich ein Mehreres.

Leben Sie recht wohl.


Sch.

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