> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 31.01.1797 (271)

2015-02-15

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 31.01.1797 (271)



AN GOETHE 

Jena, 31. Januar 1797

Zu der guten Akquisition für die Oper  wünsche ich Glück, und was das epische Werk betrifft, so hoffe ich, Sie sind in gute Hände gefallen. Das Werk wird einen glänzenden Absatz haben, und bei solchen Schriften sollte der Verleger billig keinen Profit zu machen suchen, sondern sich mit der Ehre begnügen. Mit schlechten Büchern mag er reich werden.

Weil doch von merkantilischen Dingen die Rede ist, so lassenSie mich Ihnen eine Idee mitteilen, die mir jetzt sehr am Herzen liegt. Ich bin jetzt genötigt, mich in der Wahl einer Wohnung zu beeilen, da ein Gartenhaus hier zu verkaufen ist, welches mir konvenient wäre, wenn ich hier wohnen bleiben wollte. Da ich notwendig auf einen Garten sehen muß und die Gelegenheit so leicht nicht wiederkommen könnte, so müßte ich zugreifen.

Nun sind aber verschiedene überwiegende Gründe da, warum ich doch lieber in Weimar wohnen möchte, und könnte ich dort eine Wohnung von derselben Art finden, so möchte ich es wohl vorziehen. Nach den Erkundigungen, die ich habe anstellen lassen, wird dieses aber schwer halten. Da Sie neulich von Ihrem Gartenhaus sprachen und meinten, es habe Raum genug, so wünschte ich zu wissen, ob Sie es vielleicht für eine längere Zeit entbehren und es mir ordentlich vermieten könnten. Es ist ja ohnehin schade, daß es dasteht, ohne sich zu verinteressieren, und mir wäre sehr damit geholfen.  

Wären Sie dazu nicht ungeneigt, und qualifizierte sich das Haus in den wesentlichen Dingen dazu, Sommers und Winters bewohnt zu werden, so würden wir über die Veränderungen, die noch nötig wären, leicht miteinander einig werden können.

Was den Garten betrifft, so stünde ich für meine Leute, daß nichts verdorben werden sollte.

Die Entfernung würde mich wenig abschrecken. Meiner Frau ist eine äußere Notwendigkeit, sich in Bewegung zu setzen, sehr gesund, und was mich betrifft, so hoffe ich, nach einigen Versuchen in freier Luft mir auch mehr Zutrauen zu können.

Vorderhand wünschte ich nun bloß zu wissen, ob Sie überhaupt nur zu einer solchen Disposition geneigt wären; das übrige würde dann auf eine nähere Besichtigung ankommen.

Leben Sie recht wohl. Alles grüßt.

Sch.
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