> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 10.08.1796 (207)

2015-02-11

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 10.08.1796 (207)


 AN GOETHE

[Jena den 10. August 1796.]

Eben erhalte ich Ihren Brief, und will nur das Manuskript geschwind fortschicken das Sie begehren. Für den Volkmann und die übrigen Notizen danke ich Ihnen aufs beste. Der Chinese soll warm in die Druckerei kommen! das ist die wahre Abfertigung für dieses Volk.   

Daß Sie nicht sogleich kommen können ist mir recht verdrießlich. Ich hätte jetzt so gern mein Lämpchen bei Ihnen angezündet. In Absicht auf den Roman tun Sie sehr wohl, fremden Vorstellungen, die sich Ihrer Natur nicht leicht assimilieren lassen, keinen Raum zu geben. Hier ist alles aus Einem Stück; und selbst wenn eine kleine Lücke wäre, was noch immer nicht erwiesen ist, so ist es besser, sie bleibt auf Ihre Art, als daß sie durch eine fremde Art ausgefüllt wird. Doch davon nächstens mehr.

Auf den Freitag sende ich Ihnen auch Almanachs-Bogen. Leben Sie recht wohl.

Sch.
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