> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 22.12.1794 (34)

2015-02-01

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 22.12.1794 (34)





AN GOETHE


Jena, 22. Dezember 1794


Hier erhalten Sie endlich eine Anschauung der Horen, von der ich wünsche, daß sie Ihnen gefallen möchte. Etwas eng ist der Druck ausgefallen, wobei das Publikum mehr profitiert als wir. Doch kann man in der Folge, besonders in den poetischen Stücken, eine Änderung treffen und sich etwas breiter machen. Für den ganz ersten Anfang ist es mir nicht unlieb, daß die großen Aufsätze scheinbar Zusammengehen. Auch werde ich dafür sorgen, daß Cotta diejenigen von uns, welche viel kontribuieren, und bei denen also die Verengerung des Druckes im ganzen ein Objekt macht, auf irgendeine Art entschädigt. Ohnehin ist es in unserm Kontrakt, daß nach Absatz von 2000 Exemplarien an uns mehr bezahlt werden muß, aber außer diesem muß er noch mehr tun.


Ich hoffe, daß Sie keine Druckfehler finden sollen; mir wenigstens ist keiner aufgefallen. Lettern und Format gebendem Buch ein solides und dauerhaftes Ansehen und unterscheidenes sehr vorteilhaft von dem Haufen der Journale. Auch das Papier ist derb und scheint es ordentlich auf die Dauer anzulegen.


Cotta liegt mir sehr um Manuskript für das zweite Stück an; ich sollicitire daher um die zweite Epistel.


Diese Bogen bitte ich mir zurückzuschicken, weil Hofr. Schütz, der das erste Stück rezensieren will, sich bogenweise gern damit bekannt machen möchte. Eine Probe des Umschlags habe ich auch bestellt, und werde solche über acht Tage erhalten.


Herzlich freue ich mich auf Ihre baldige Zurückkunft nach Jena. Frau von Kalb ist seit einigen Tagen hier.


Schiller
                                                                     

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