> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 18.10.1796 (226)

2015-02-12

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 18.10.1796 (226)


AN GOETHE.

Jena den 18. Oktober 1796.

Hier sende ich Ihnen Körners Brief, der bei der Unbedeutenheit und Flachheit des gewöhnlichen Urteils ein recht tröstlicher Laut ist. Senden Sie ihn mir, sobald Sie ihn gelesen, zurück.

Ich habe mir nicht gemerkt, wie viel Exemplare der Horen von jedem Monat und jeder Sorte ich Ihnen gestern gesendet, und kann darum heute den Rest nicht nachsenden.

Humboldts schrieben neulich, daß sie mit Ende dieser Woche von Berlin abreisen, sich unterwegs zehn Tage aufhalten und etwa den 1sten November hier eintreffen würden.

Von den Xenien habe weiter nichts erfahren. Schlegel, der wieder angekommen, war zu kurze Zeit in Leipzig, da er auch einen Abstecher nach Dessau gemacht, um viel erfahren zu können. Bei seiner Zurückkunft von Dessau, sagt er, hätten sie schon sehr in Leipzig rumort.

Ich höre, daß man unter andern auch die Herzogin in W. unter der zierlichen Jungfrau versteht.

Das Xenion: »Wieland! Wie reich ist dein Geist etc.« halten einige für eine Satire auf Wieland und auf die neue Ausgabe! u.s.f. 

Leben Sie wohl . Man unterbricht mich.

Sch.
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