> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 11.06.1796 (165)

2015-02-08

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 11.06.1796 (165)

AN GOETHE

Jena 11. Juni 1796


Die gestern überschickten Xenien haben uns viel Freude gemacht, und so überwiegend auch der Haß daran teilhat, so lieblich ist das Kontingent der Liebe dazu ausgefallen. Ich will die Musen recht dringend bitten, mir auch einen Beitrag dazu zu bescheren. Einstweilen nehmen Sie meine Ceres als die erste poetische Gabe in diesem Jahre freundlich auf, und fänden Sie einen Anstoß darin, so machen Sie mich doch darauf aufmerksam.


Die Xenien hoffe ich Ihnen auf den nächsten Freitag in Abschrift schicken zu können. Ich bin auch sehr dafür, daß wir nichts Kriminelles berühren und überhaupt das Gebiet des frohen Humors so wenig wie möglich verlassen. Sind doch die Musen keine Scharfrichter! Aber schenken wollen wir den Herren auch nichts.


Körner schreibt, daß die Victorie für acht Louisdor erhandelt und also Ihre sei. Er grüßt Sie mit seinem ganzen Hause auf’s schönste.


Leben Sie recht wohl.


Sch.


Herder schreib mir gestern, und sehr freundschaftlich, schickte mir auch die Humanität. Er verspricht Beiträge sowohl zu den Horen als zum Almanach.
                                                                   


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