> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 13.09.1795 (99)

2015-02-05

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 13.09.1795 (99)




AN GOETHE

Jena den 13. September 1795.


Nur ein kleines Lebenszeichen. Ich kann mich gar nicht daran gewöhnen, Ihnen acht Tage nichts zu sagen und nichts von Ihnen zu hören.


Sonst ist hier bei mir alles in altem guten und schlechten Stand . Aus dem Zimmer kann ich noch immer nicht, aber die Arbeiten gehen darum doch ihren Gang. Sie denke ich mir jetzt sehr mit Meyers Instruktion beschäftigt, der wahrscheinlich bald abreist. Grüßen Sie ihn aufs beste von mir.


Ich wünschte zu wissen, ob es bei Vicenza ist, wo die schöne Brücke mit Einem Bogen (über die Etsch, wie ich denke) geführt ist. Schreiben Sie mir doch ein Wort darüber. Ich brauche diese Brücke zu einem Hexameter.


Wenn Sie sich nur entschließen wollten, für die drei letzten Horenstücke noch ein Almosen von einem Dutzend Epigramme oder ähnlicher poetischen kleinen Sachen beizusteuern. Ich will auch Herdern darum ersuchen, und selbst einige Gedanken dafür zu ertappen suchen. Solche kleine Sachen vermehren auf eine wohlfeile Art die Zahl, erfreuen dabei jeden Leser, und prangen auf dem Inhaltsverzeichnis der Stücke so gut als die größten Sachen. Dadurch habe ich es gezwungen, daß das neunte Stück siebzehn Artikel enthält.


In dem neuesten Stück des Archivs der Zeit findet sich eine Replik auf Ihren Aufsatz: Literarischer Sanscülottism. Ich habe sie aber noch nicht gelesen, nur bloß die Anzeige davon in der Hamburger Zeitung. Sollten Sie das Stück in Weimar bald erhalten, so seien Sie doch so gütig es mir mitzuteilen.


Der Almanach kommt noch zu Stande, und wird gerade jetzt unter dem Druck sein. Humboldt wird nun in drei Wochen wieder hier sein, wenn nichts dazwischen kommt.


Mein Frau grüßt Sie bestens. Seien Sie nicht zu fleißig, und bleiben Sie auch nicht zu lang von Jena weg.


Sch.


Neuntes Stück


Reich der Schatten.


Beiträge zur Geschichte der neuern bildenden Kunst.


Unterhaltungen. Fortsetzung.


Hymne auf Apollo.Schwarzburg. Gedicht von Madame Mereau.


Herders Homer .


Natur und Schule, von mir.


Verschleiertes Bild, item.


Über die notwendigen Grenzen des Schönen, besonders im Vortrag philosophischer Wahrheiten. Abhandlung von mir.


Deutsche Treue.


An einen Weltverbesserer.


Antike an einen Wanderer.


Der philosophische Egoist.


Das Höchste.


Gedichte von mir.


Weisheit und Klugheit.


Ilias.


Unsterblichkeit.

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