> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 13.12.1797 (388)

2015-02-22

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 13.12.1797 (388)


AN Schiller

Weimar, den 13. Dezember 1797

Die neuen Kunstwerke in unserm Hause ziehen uns heute früh einen Damenbesuch zu, deswegen nur so viel in Eile.   

Eine Schilderung der Fähigkeiten unseres Theaterpersonals will ich Ihnen ehestens selbst machen, besonders bezüglich auf Ihr Stück, dessen Bedürfnisse ich im allgemeinen doch kenne.

Übrigens fahren Sie nur ohne Sorge fort. Die innere Einheit, die der Wallenstein haben wird, muß gefühlt werden,und Sie haben große Privilegia auf dem Theater. Ein ideales Ganze imponiert den Menschen, wenn sie es auch nicht im einzelnen zu dechiffrieren, noch den Wert der einzelnen Teile zu schätzen wissen .    

Durch eine sonderbare Veranlassung bin ich aufgefordert über das deutsche Theater im allgemeinen zu denken, und da ich doch manchmal wider Willen im Schauspiel sitzen muß, so suche ich aus dieser Aufopferung einigen Gewinn zu ziehen.

Leben Sie recht wohl, ich freue mich daß die Zeit herannaht die mir ein gesammeltes Dasein und Ihre Nähe bescheeren soll.

G.
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