> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 19.07.1797 (342)

2015-02-19

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 19.07.1797 (342)




AN SCHILLER

Weimar, 19. Juli 1797

Sie hätten mir zum Abschiede nichts Erfreulicheres und Heilsameres geben können als Ihren Aufenthalt der letzten acht Tage. Ich glaube mich nicht zu täuschen, wenn ich diesmal unser Zusammensein wieder für sehr fruchtbar halte; es hat sich so manches für die Gegenwart entwickelt und für die Zukunft vorbereitet, daß ich mit mehr Zufriedenheit abreise, indem ich unterwegs recht tätig zu sein hoffe und bei meiner Rückkunft Ihrer Teilnehmung wieder entgegensehe. Wenn wir so fortfahren, verschiedene Arbeiten gleichzeitig durchzuführen, und, indem wir die größeren sachte fortleiten, uns durch kleinere immer aufmuntern und unterhalten, so kann noch manches zustande kommen.

Hier ist der Polykrates zurück; ich wünsche, daß die Kraniche mir bald nachziehen mögen. Auf den Sonnabend erfahren Sie das Nähere von meiner Abreise. Leben Sie recht wohl und grüßen Ihre liebe Frau. An Schlegel habe ich heute geschrieben.

G.
                                                               


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