> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 01.11.1795 (117)

2015-02-05

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 01.11.1795 (117)




AN SCHILLER 

Weimar, 1. November 1795

Statt eines artigen Mädchens ist endlich ein zarter Knabe angekommen, und so läge denn eine von meinen Sorgen in der Wiege. Nun wäre es an Ihnen, zur Bildung der Schwägerschaft und zur Vermehrung der dichterischen Familie für ein Mädchen zu sorgen. Ich komme nun bald und bedarf wirklich eines Gesprächs, wie ich es mit Ihnen führen kann. Ich habe Ihnen viel zu sagen Noch immer bin ich nicht auf den Pfaden der Dichtung. Durch äußre Veranlassung habe ich in der Baukunst mich wieder umgesehen und habe einiges bei dieser Gelegenheit zusammengestellt, das Urteil über solche Kunstwerke zu erleichtern und zu fixieren.

Von Meyern habe ich einen Brief von München mit sehr schönen Nachrichten von diesem Orte, auch von Nürnberg. Ich bringe sie mit. Sagen Sie mir wie Sie sich befinden und gedenken mein.

G.
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