> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 09.12.1795 (126)

2015-02-06

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 09.12.1795 (126)




AN SCHILLER

Weimar, 9. Dezember 1795

Auf beiliegendem Blättchen erhalten Sie Nachricht wegen der Journale; wollten Sie nun desfalls das nötige mit den Botenweibern arrangieren, so könnten Sie die Stücke ordentlich erhalten.

Hier kommen auch meine Elegien; ich wünsche daß Sie damit zufrieden sein mögen, es ist noch zuletzt allerlei daran getan worden; doch wie man mit eigenen Sachen selten fertig wird, so wird man es mit Übersetzungen niemals. Haben Sie noch etwas zu erinnern, so teilen Sie es mir gefällig mit. Es wäre gut, wenn diese neuen Stücke zusammen erscheinen könnten. Sie machen zusammen nicht über anderthalb Bogen; die übrigen sollen nach und nach eintreffen.

Wie sieht es übrigens mit dem Vorrat auf’s nächste Vierteljahr aus, und was hören Sie von der neuen Subscription?

Wenn Sie die Abhandlung über die sentimentalischen Dichter wieder zurück haben, wünschte ich sie noch einmal zu lesen; wegen des Schlusses habe ich noch einige Skrupel, und wenn einen der Geist warnt, so soll man es wenigstens nicht verschweigen. Da das Ganze so weit und breit ist, so scheint es mir bei näherer Überlegung zu enge und zu spitz auszulaufen, und da diese Spitze grade zwischen mir und einem alten Freunde hinfällt, so macht’s mir wirklich ein wenig bange. Doch davon mündlich. Heute nur ein Lebewohl.

G.
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