> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 06.10.1798 (521)

2015-03-03

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 06.10.1798 (521)



AN GOETHE.

Jena den 6. Oktober 1798.

Die Veränderungen im Prolog nehme ich mit Vergnügen auf; gegen die drei angeführten Gründe ist nichts einzuwenden.

Ich will etwa sechs besondere Abdrücke vom Prolog machen lassen, um die Kopistenarbeit zu ersparen. Wenn Sie mir dann Montag früh eine Einlage an Schröder und Cotta senden wollen, so können solche mit dem gedruckten Prolog gleich von hier an die Behörden abgehen. Auf alle Fälle aber folgt hier der Prolog zurück.

Es tut mir freilich leid, wenn die kleinen Veränderungen im Vorspiel nicht gleich der ersten Vorstellung zu gute kommen können. Das Motiv mit der Zeitung wäre passend zu einer vollkommenen Exposition des Moments und der Kriegsgeschichte. Lassen Sie wenigstens bei Nro. 5 den Konstabler mit einem Zeitungsblatt auftreten und anstatt des Verses:

Aber ein Eilbot ist angekommen,

setzen:

Aber das Prager Blatt ist angekommen.

Auf diese Art leiten wir doch die Zeitung ein, wenn wir sie ein andermal bringen wollen.

Auch haben Sie mich neulich wegen der Perücken zweifelhaft gemacht. Wenn wir statt jener Stelle lieber setzten :

Nr. 3. Wachtmeister.

Und das Gemunkel, und Gespionire, Und das Heimlichtun, und die vielen Kuriere –Trompeter.

Ja ja! das hat sicher was zu sagen.

Wachtmeister.

Und der spanische steife Kragen Den man etc.

Der Bote eilt, ich kann für heute nichts mehr sagen. Vielleicht lassen Sie mich noch durch das Botenmädchen wissen, welcher Termin für die Vorstellung festgesetzt ist; denn freilich wünschte ich zur Kapuzinerpredigt ein paar Tage Muße.

Leben Sie recht wohl.

Sch.
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