> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 14.01.1804 (934)

2015-03-28

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 14.01.1804 (934)




AN GOETHE 

Weimar, 14. Januar 1804

Daß Sie mit meinem Eingang in den Teil zufrieden sind, gereicht mir zu einem großen Trost, dessen ich unter der gegenwärtigen Stickluft besonders bedürftig war. Auf den Montag will ich Ihnen das Rütli senden, welches jetzt ins Reine geschrieben wird: es läßt sich als ein Ganzes für sich lesen.

Ich bin ungeduldig verlangend, Sie wieder zu sehen. Wann öffnen Sie Ihre Pforte wieder?

Heute regt sich nach vier Wochen wieder eine Lust bei mir nach der Komödie. In dieser ganzen Zeit hab ich keinen Trieb gespürt, besonders da meistens um meine eigene Haut gespielt wurde.

Madame von Stael will noch drei Wochen hier bleiben.Trotz aller Ungeduld der Franzosen wird sie, fürchte ich, doch an ihrem eigenen Leib die Erfahrung machen, daß wir Deutsche in Weimar auch ein veränderliches Volk sind und daß man wissen muß, zu rechter Zeit zu gehen.

Lassen Sie mich vor Schlafengehen noch ein Wort von sich hören.

Sch.
Übersicht aller Briefe                                                                                                   nächster Brief


Keine Kommentare: