> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 27.08.1798 (496)

2015-03-02

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 27.08.1798 (496)



AN GOETHE.

Jena den 27. August 1798,

Zwei Bogen machen freilich einen starken Rechnungsfehler, der auch für die künftigen Missionen ein bedenkliches Omen gibt und mehr Vorrat an Manuskript nötig machen dürfte. Für den Anfang ist es übrigens recht gut, daß man dem Publikum mehr geben kann. Sollten Sie aber etwas andres substituieren können als Niobe, so wäre es wohl gut, denn außerdem daß die plastischen Artikel am wenigsten zu der Menge sprechen und am meisten bei dem Leser voraussetzen, so fürchte ich, daß Sie in den folgenden Stücken das Verhältnis; nicht wohl fort beobachten können. Ob nicht vielleicht Ihr Aufsatz über die Methode bei Naturwissenschaften dazu genommen werden könnte?

Das sind Betrachtungen, die ich nur in der Eile anstellen kann, denn ich muß den Boten abfertigen.

Das Wetter ist seit vorgestern hier ganz unerträglich, daß wir in unserer windigen Wohnung uns beinah in ein geheiztes Zimmer einschließen müssen. Indessen geht die Arbeit ganz leidlich von statten und ich werde Ihnen ehestens etwas produzieren können.

Leben Sie recht wohl, mit Meyern. Könnten Sie uns nicht die Memoires von Clery verschaffen?

Sch.
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