> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 13.01.1804 (932)

2015-03-28

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 13.01.1804 (932)

 


AN GOETHE 

Weimar, 13. Januar 1804

Indem ich mich erkundige, wie es mit Ihrer Gesundheit steht, frage ich zugleich an, ob Sie sich gestimmt und aufgelegt fühlen, von etwas Poetischem Notiz zu nehmen. Denn in diesem Fall wollte ich Ihnen den großen ersten Akt des Teil zuschicken, welchen ich an Iffland abzusenden gedrungen werde und nicht gern ohne Ihr Urteil aus den Händen geben möchte. Unter allen den widerstreitenden Zuständen, die sich in diesem Monat häufen, geht doch die Arbeit leidlich vorwärts, und ich habe Hoffnung, mit Ende des kommenden Monats ganz fertig zu sein.   

Die Rezension, die Sie mir geschickt, ist mir ganz ungenießbar und fast unverständlich: ich fürchte dieser böse Casus wird Ihnen noch oft vorkommen. Von dem rezensierten Buch habe ich mir keinen Begriff daraus schöpfen können. 

Die Stael habe ich gestern bei mir gesehen und sehe sie heut wieder bei der Herzogin-Mutter — Es ist das alte mit ihr; man würde sich an das Faß der Danaiden erinnern, wenn einem nicht der Oknos mit seinem Esel dabei einfiele.

Sch.
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