> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 17.08.1800 (758)

2015-03-17

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 17.08.1800 (758)




AN GOETHE.

Ober-Weimar, 17. August 1800.

Ich habe gestern umsonst gehofft, Sie zu sehen. Ganz spät Abends war ich in der Stadt, weil meine Frau nicht wohl geworden, und bin gegen zehn Uhr wieder zurückgekommen.

Der tollste Zufall von der Welt muß mich hier einer Hochzeit, die vielleicht auf sechs Meilen die einzige in der Gegend ist, gegenüber logieren, gerade da ich aus der Stadt geflüchtet bin, um dem Geräusch zu entgehen. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, und selbst der Vormittag wurde mir verdorben, weil man unter Geschrei und Spässen die Aussteuer der Braut aufpackte. So verschwört sich alles gegen meinen Fleiß und ich werde noch einige Zeit brauchen, fürchte ich, um im Gange zu sein. Vielleicht fahren Sie diesen Abend bei mir an, ich werde wenigstens bereit sein. Leben Sie recht wohl.

Sch.
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