> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 02.08.1800 (755)

2015-03-17

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Goethe 02.08.1800 (755)




AN GOETHE.

Weimar, 2. August 1800 .

Ich freue mich aus Ihrem Brief Ihre baldige Zurückkunft zu vernehmen und wünsche Glück, daß Sie Ihre Zeit so gut angewandt haben, auch daß an den Faust gedacht worden ist. So verliere ich die Hoffnung nicht, das dieses Jahr noch ein großer Schritt darin geschehen wird.

Ich kann Ihnen diesmal nur einen kurzen Gruß sagen. Göpferdt sendet mir zwei Korrekturen zu, die schnell expedirt sein müssen und ich bin gezwungen auf die Bibliothek zu gehen, um eine ganze Literatur zusammen zu suchen. Mein Stück führt mich in die Zeiten der Troubadours, und ich muß um in den rechten Ton zu kommen, auch mit den Minnesängern mich bekannter machen. Es ist an dem Plan dieser Tragödie noch gewaltig viel zu tun, aber ich habe große Freude daran, und hoffe, wenn ich mich bei dem Schema länger verweile, in der Ausführung alsdann desto freier fortschreiten zu können.

Der Gedanke wegen der Höllenbraut ist nicht übel und ich werde mir ihn gesagt sein lassen.

Leben Sie also wohl bis auf Wiedersehen. Meine Frau grüßt Sie aufs beste.

Sch.
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