> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 24.08 .1799 (647)

2015-03-11

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 24.08 .1799 (647)



AN SCHILLER.

Weimar am 24. August 1799.

Da es uns mit dem Sommerplane nicht nach Wunsch gegangen ist, so müssen wir hoffen daß uns der Winter das bessere bringen wird. Sobald Sie wegen Ihres Quartiers einig sind wollen wir für Holz sorgen, ein Artikel an den man in Zeiten denken muß.

Es vergeht mir kein Tag ohne einen gewissen Vorteil wenn er auch klein ist, und so kommt denn doch immer eins zum andern und es gibt am Ende etwas aus, da man sich doch immer nur mit würdigen Dingen beschäftigt.

Lassen Sie uns noch acht Tage zusehen, alsdann wird sich entscheiden, ob ich kommen kann und wie bald.

Leider sind von Ihren Büchern, die Sie in die Auktion gegeben haben, viele zurückgeblieben. Sie war im Ganzen nicht ergiebig, obgleich einzelne Werke teuer genug verkauft wurden. Die Auszüge werden nunmehr gemacht und das Geld einkassiert.

Von Zeit zu Zeit werden Konferenzen wegen der Schwestern von Lesbos gehalten, die denn, wie es in solchen Fällen zu gehen pflegt, die Hoffnung bald vermindern bald beleben.

Ich freue mich auf Ihre Arbeit und auf einige ruhige Wochen in Ihrer Nähe. Heute sage ich aber nichts mehr, denn ein Morgenbesuch im Schloß hat mich zerstreut und ich fühle mich nicht fähig mich auf irgend einen Gegenstand zu konzentrieren.

Leben Sie recht wohl und grüßen Sie Ihre liebe Frau.

G.
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