> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 25.01.1799 (569)

2015-03-06

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 25.01.1799 (569)



AN SCHILLER 

Weimar, 25. Januar 1799

Sagen Sie mir doch mit einigen Worten, wertester Freund, wie Sie geschlafen haben und wie Sie sich befinden? Vielleicht können Sie noch nicht bestimmen, ob Sie in die Probe kommen werden; auf alle Fälle, wenn Sie eine Vermehrung des Übels befürchten, so halten Sie sich heute und morgen zu Hause; ich will indessen, so gut es gehen will, Ihre Stelle vertreten und Ihnen morgen, wie die Sache abgelaufen ist, referieren.

Mad. Teller las gestern insoweit gut, daß sie nichts falsch las, aber zu matt und leseprobemäßig. Sie versichert: auf dem Theater würde das alles ganz anders werden. Da dieses fast eine allgemeine Schauspielermarotte ist, so kann ich sie ihr nicht besonders zurechnen, obgleich diese Albernheit hauptsächlich Ursache ist, daß keine bedeutende Rolle recht eingelernt wird und daß nachher vom Zufall so viel abhängt. Ich wünsche von Ihnen das Beste zu hören.

G.
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