> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 25.07.1800 (750)

2015-03-17

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 25.07.1800 (750)




AN SCHILLER.

Jena am 25. Juli 1800.

In Betrachtung der Kürze und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens (ich fange meinen Brief wie ein Testament an) und in Ermangelung des Gefühls eigner Produktion, habe ich mich, gleich Dienstag Abends, als ich ankam, in die Büttnerische Bibliothek verfügt, einen Voltaire heraufgeholt und den Tancred zu übersetzen angefangen. Jeden Morgen wird etwas daran gearbeitet und der übrige Tag verschlendert .

Diese Übersetzung wird uns wieder in manchem Sinne fördern . Das Stück hat sehr viel theatralisches Verdienst und wird in seiner Art gute Wirkung tun. Ich will etwa noch acht Tage hier bleiben und, wenn mich der Genius nicht auf etwas anders führt, so werde ich gewiß mit zwei Drittheilen fertig. Übrigens habe ich noch viele Menschen gesehen und mich einige male ganz wohl unterhalten.

Schreiben Sie mir auch was Ihrer Tätigkeit gelungen ist und wann Sie nach Lauchstädt zu gehen gedenken.

Grüßen Sie Ihre liebe Frau und gedenken Sie mein.

G.
Übersicht aller Briefe                                                                                                   nächster Brief




Keine Kommentare: