> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 08.10.1798 (524)

2015-03-03

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 08.10.1798 (524)



AN SCHILLER.

Weimar am 8. Oktober 1798.

Hier kommt nun wieder ein Paket Abdrücke; die folgenden von der Decke sollen recht farbig sein: sie kommen etwas teurer zu stehen, sie sehen aber auch dafür recht erfreulich aus.  Wahrscheinlich wird die Eröffnung unsers Theaters erst Freitag sein. Ich ersuche Sie also, sich Donnerstags, zu guter Vormittagszeit, einzufinden, damit wir noch alles besprechen und abends die Hauptprobe abwarten können.

Die Hauptfiguren machen ihre Sache vortrefflich und haben schon exzellent memoriert; mit den übrigen stockts noch ein wenig, das wird sich aber alles noch in tätige Harmonie auflösen. Übrigens versteht man an allen Ecken und Enden das leiseste wohlartikuliere Wort.

Übrigens habe ich das Pensum, wie solches die neue Zeitung nunmehr bald bringen wird, bisher öfters zu repetieren Gelegenheit gehabt, und ich hoffe, man wird mir nun bald meine eigenen Worte wieder vorsagen.

Leben Sie recht wohl, ich bin vom besten Humor, weil bis jetzt alles wirklich recht gut geht.     

Schicken Sie mir doch ein paar Abdrücke des Prologs mit den Botenweibern und die Kapuzinerpredigt je eher je lieber.

G.
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