> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 13.01.1800 (709)

2015-03-14

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 13.01.1800 (709)



AN SCHILLER.

Am 13. Januar 1800.

Ich komme mich nach Ihrer Gesundheit zu erkundigen und habe allerlei Vorschläge zu tun.

Möchten Sie wohl mit ins Schloß kommen? Es ist heute nicht kalt und es geht keine Luft. Ich würde Sie im Schlitten abholen und Sie würden verschiednes sehen, das Sie interessieren müßte. Wir könnten alsdann wegen des Rests des Tages uns weiter besprechen.

Heute früh war die kleine artige Palmire bei mir, die sichs wirklich recht angelegen sein läßt. Wenn es möglich wird ihre klare Natur in den ersten Akten zu verschleiern, so kann es gut werden, für die letztern ist mir nicht bange.

Von Herrn von Wolzogen habe ich die Kostüms holen lassen, worunter sich manches brauchbare befindet.

Mündlich mehr, besonders über meine wunderliche Empfindung, da ich heute anfing die Iphigenia zu lesen. Ich bin nicht weit hinein gekommen – doch ich will nicht anfangen zu reden, weil so mancherlei zu sagen ist.

Leben Sie wohl. Ich kann Sie gleich abholen, wie Ihre Antwort zu mir zurückkehrt.

G.
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