> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 09.07 .1799 (621)

2015-03-09

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 09.07 .1799 (621)



AN SCHILLER.

Weimar am 9. Juli 1799.

Leider muß ich durch dieses Blatt anzeigen das ich noch nicht kommen kann. Durchlaucht der Herzog glauben daß meine Gegenwart beim Schloßbau nützlich sein könne, und ich habe diesen Glauben, auch ohne eigne Überzeugung, zu verehren. Darneben gibt es denn freilich so mancherlei zu tun und zu besorgen daß die Zeit, wo nicht angewendet doch wenigstens verwendet werden kann. Ich trinke meine Portion Pyrmonter Brunnen und tue übrigens was so vorkommt. Möge Ihnen die Muse günstiger sein, damit ich, wenn ich früher oder später komme, Ihre Arbeit brav vorgerückt finde. Lassen Sie mich bald von sich hören, damit ich angefrischt werde mich wenigstens schriftlich mit Ihnen zu unterhalten, wozu ich heute weder Stoff noch Stimmung finde. Leben Sie recht wohl und grüßen Sie Ihre liebe Frau.

G.
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