> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 27.08.1798 (495)

2015-03-02

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 27.08.1798 (495)



AN SCHILLER 

Weimar, 27. August 1798

Indem ich Ihren Boten erwarte, so finde ich, daß ich Sie noch einmal aufmuntern sollte herüberzukommen, wenn Sie es mit dem Almanach und dem Gange seines Drucks einigermaßen einrichten können; denn


1. ist das leidige Wetter, das noch eine Zeitlang anzuhalten droht, im Garten weniger genießbar als in einem vielzimmerigen Hause.

2. wird Sie der Theaterbau unterhalten.

3. geht am Freitag das komplette Stück: der Propyläen weg, zu dem Sie Ihren Segen erteilen sollten.

4. wird zu dem neuen Anstalt gemacht, zu welchem Ihr Rat sehr erfreulich wäre.

5. sind allerlei naturhistorische Observationen in Bewegung, wovon die Resultate Sie auch gewiß erfreuen werden, und was ich noch alles Sie zu verleiten sagen könnte. Beherzigen Sie übrigens Ihren Vorteil und Ihre Bequemlichkeit, bringen Sie aber, wenn Sie kommen, den Wallenstein mit, denn wir müssen viel auf einmal tun. Wie die Sache mit dem Theater gegenwärtig steht, kann ich nicht weg. Leben Sie recht wohl und entschließen Sie sich womöglich auf das kürzeste. In vierzehn Tagen stehen die Sachen so, daß ich wieder nach Jena gehen kann und bis zu Ende Septembers bleibe. Leben Sie recht wohl und tun Sie, was möglich ist.

G.


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